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Willkommen auf unseren Internetseiten

Unser Verein liegt auf der Ruhrhalbinsel im Essener Südosten und ist mit rund 1.900 Mitgliedern einer der größten Sportvereine der Region. Sein Sport- und Freizeitangebot richtet sich an alle Menschen. Sport und aktives Freizeiterleben mit anderen betrachten wir als Voraussetzungen für gesunde Lebensgestaltung und Lebensqualität. Wir bringen Menschen in Bewegung!

TVE-Kalender

> KALENDER mit allen Sport- und Kursstunden, Freizeitaktiviäten, Sportevents, sonstigen Terminen; Daten gepflegt bis 31.10.2022 (Bitte achten Sie immer darauf, ob es am Anfang eines jedes Tages eine generelle Regelung für den Tag gibt.) 

Aktuelles aus dem Vereinsleben:

2022/AKTIV.168 | 08.08.2022

Der TVE trauert um sein Vorstandsmitglied Stephan Semmerling

Am Sonntagmorgen (07.08.) ist Stephan nach 1 3/4jähriger, schwerer Krankheit gestorben. Wir trauern mit seiner Familie um einen Menschen, der mehr war als "nur" unser hauptberuflicher, hoch kompetenter Mitarbeiter und Vorstandsmitglied. Stephan war vielen ein empathischer und sympathischer Freund. Er ist nur 51 Jahre geworden.

Stephan hat im Januar 2001 mit der nahenden Fertigstellung des AKTIV PUNKT-Baus seine Arbeit im TVE als sportlicher Leiter aufgenommen, nachdem der Vorstand sich nach Vorstellungsgesprächen mit den Bewerbern*innen für ihn entschieden hatte. Im Jahr davor hatte Stephan das Studium "Sportwissenschaft (Diplom), Schwerpunkt: Behindertensport und Rehabilitation" erfolgreich abgeschlossen.

Stephan stürzte sich in der Folgezeit mit großem Engagement in seine Hauptaufgabe, das Kraftgerätetraining und das Sportkursprogramm im TVE aufzubauen und zu etablieren. Auch in der Beratung der Mitglieder und Kursteilnehmer*innen, die sich mit ihren Anliegen per Telefon oder durch einen Besuch im AKTIV PUNKT an den TVE wandten, zeigte sich der in Burgaltendorf in kurzer Zeit bestens vernetzte Stephan bald in allen Themen kompetent, kommunikativ und hilfsbereit. Dazu trug sein Wohnungswechsel nach Burgaltendorf sicherlich bei.

2011 wählte ihn die Mitgliederversammlung zum "TVE-Sportleiter". Damit gehörte Stephan fortan zum Geschäftsführenden Vorstand. Zugleich erweiterte sich sein sportliches Aufgabengebiet auf alle Vereinssportgruppen im Erwachsenenbereich. Es zeigte sich zudem, dass Stephan dank seiner schnellen Lern- und Analysefähigkeit, seiner Fähigkeit, sich in Probleme geradezu verbeißen zu können - Stephan war dann für sein menschliches Umfeld zeitweilig nicht mehr ansprechbar - auch zu einem Technologie-Fachmann wurde und für den Verein dadurch unschätzbare Dienste leistete.

Neben seinen sportorganisatorischen Aufgaben leitete Stephan auch den ein oder anderen Sportkurs, eine Hallenfußballgruppe, in der er selbst mitspielte (in einer Art, wie man ihn kannte: glänzende Technik, hohes Engagement, Foul-frei) und gründete die Sportgruppe "Fit ab 40 - Männer"(, die heute "Fit durchs Jahr - Männer" heißt).
Stephan hat im TVE Spuren hinterlassen, und das werden wir nie vergessen.

In der Vorstandsarbeit machte Stephan seine Vorstandskollegen*innen bei neuen Ideen und Vorhaben dank seines Hangs zum Perfektionismus vorzeitig auf alle damit verbundenen möglichen oder unmöglichen Probleme aufmerksam ("Das Problem ist, ..."), wodurch mancher Sachverhalt vor der Entscheidung noch einmal unter anderen Gesichtspunkten betrachtet wurde.

Stephan war auf vielen Gebieten bestens informiert, so dass die häufigen, oft langen und oft auch anstrengenden Diskussionen mit ihm - nicht nur über TVE-Themen, sondern auch über Themen privater oder gesellschaftlicher Natur - Spaß gemacht haben und bereichernd waren. Auch hier zeigte sich immer wieder, dass Stephan - wie man es früher mit schlichten Worten ausdrückte -  ein "feiner Kerl" war.
Auch deshalb vermisse ich dich, Stephan, schon jetzt. Ich danke dir für vieles.
Gerhard Spengler

(links: Berthold Werth nach der Prüfung)

2022/AKTIV.168 | 29.07.2022

Wir stellen vor: Berthold Werth, Träger des 1. Dan

Hallo Berthold,
wir wussten ja, dass du dich über längere Zeit auf eine Judoprüfung vorbereitet hast. Als Nicht-Judoka konnte ich aber die Bedeutung des 1.Dan nicht einschätzen. Wie sieht denn die Laufbahn eines Judoka aus und was genau ist den dieser 1. Dan?

​Beim Judo tragen die Sportler:innen einen Gürtel um ihren Anzug, dessen Farbe den technischen Entwicklungsstand zeigt. Dabei gibt es acht verschiedene Schüler-Grade - genannt Kyu,- vom weißen bis zum braunen Gürtel. ​Durchschnittlich können Judoka ein bis zwei Prüfungen im Jahr machen und so eine Stufe weiterkommen. Man darf keinen Grad überspringen und natürlich werden die geforderten Techniken immer mehr und komplexer. Wer also jung anfängt und sich mit entsprechendem Talent beeilt, könnte mit 15 Jahren bereits einen braunen Gürtel haben. Diejenigen können sich dann auf eine Prüfung zum ersten Dan (Meister / Lehrer) vorbereiten (Vorbereitungszeit = 2 Jahre). Bis zum 5. Dan kann eine Prüfung abgehalten werden. Es gibt weitere Dan-Grade (bis zum zehnten), die dann verliehen werden. ​In der japanischen Tradition ist der 1. Dan also die erste Ehrung zum Meister / Lehrer.

Wie verbreitet ist der Judosport in NRW und in Essen?

​In ganz Deutschland sind derzeit ca. 116.000 Judoka in Vereinen aktiv. Als einwohnerstärkstes Bundesland hat NRW auch adäquat die meisten Vereine (459) und Mitglieder (34357) zu Beginn 2022. In Essen sind derzeit 15 Vereine beim Landesverband gemeldet. (Quelle: NWJV)

Wie gestaltete sich denn deine Laufbahn?

Meine "Judo Laufbahn" sieht aber ganz anders aus, da ich ja erst 2010 mit fast 40 Jahren mit der Sportart begonnen habe. Zudem musste meine ursprünglich verbandsfremde Graduierung zum 1. Kyu anerkannt werden. dann habe ich mich erstmal auf meine Trainerausbildung und die TVE-Gruppen konzentriert. 2016/17 habe ich einen ersten Anlauf für den 1. Dan gestartet. Leider kam recht schnell eine Schulter-OP dazwischen, dann eine andere Erkrankung und dann kam Corona. So hatte sich der Gedanke an einen schwarzen Gürtel bei mir komplett verfüvhtigt, bis ich eine Ausschreibung vom Landesverband las, dass erstmalig ein einwöchiger Vorbereitungslehrgang in der Sportschule Hennef mit anschließender Prüfung zum 1. Dan angeboten würde. Von da an habe ich mit meinem Partner vom PSV Essen ein- bis zweimal wöchentlich zusätzlich trainiert und natürlich gelernt, gelernt und nochmals gelernt.

Du hast gesagt, diese Prüfung hätte sehr viel Würfe - und damit Stürze- beinhaltet. Was sagt dein Körper dazu?

Mein Körper sagt Aua und knackt und quietscht ständig. Wird aber besser. Das Problem für meinen Körper ist nicht das Fallen an sich. Das Problem war eher die hohe Trainingsintensität und der extreme zeitliche Umfang. Acht Tage lang sechs bis acht Stunden zu trainieren ist nun mal sehr ungewöhnlich und anstrengend. Wenn dann `mal in der Vorbereitung eine Technik misslingt, fällt die eine Person halt unsauber und wenn dies häufiger passiert, fangen die Wehwehchen an. Mein Partner Christian und ich haben sehr gut darauf geachtet und sind sehr froh, dass wir die Woche verletzungsfrei geschafft haben. Nur am Prüfungstag, der über sechs Stunden (mit Pause) andauerte, haben wir bestimmt ca. 70 Würfe gezeigt und sind dementsprechend genauso oft gefallen.
Die Prüfung zum 1. Dan beinhaltet acht Aufgabenbereiche, die in drei Zeitblöcken aufgeteilt sind. Man beginnt immer mit der "Nage No Kata" - der schwierigste und anspruchsvollste Teil der Prüfung. Anschließend werden Vorkenntnisse, weitere Wurftechniken, Anwendungsaufgaben im Stand, die eigene Spezialtechnik, weitere Übungsformen und Theorie geprüft - alles im Stand mit Werfen und Fallen. Erst im dritten und abschließenden Teil werden die Bodentechniken demonstriert.

Was bedeutet die bestandene Prüfung für dich persönlich?

Puh, wahrscheinlich mehr, als ich hier erzählen kann. Insofern jetzt nur drei Punkte. Ich bin jetzt Mitglied im Nordrhein-Westfälischen Dan-Kollegium (NWDK) und habe bei bestimmten Veranstaltungen auch ein Stimmrecht.

Das Ziel eines jeden Judoka sollte immer das Erreichen eines schwarzen Gürtels sein. Vor nicht allzu langer Zeit war ich aber davon überzeugt, dass ich die körperlichen Anforderungen für eine Dan Prüfung nicht schaffen kann, und zudem hatte ich vor dem Lehrgang meine drei "Angsttechniken". Mit Geduld und konsequentem Training ist aber vieles möglich, und so konnten wir in dem Lehrgang Lösungen für meine Angsttechniken erarbeiten. Zudem habe ich für mich wiederentdeckt, wie viel Spaß es machen kann, sich selbst weiterzuentwickeln und bestimmte Dinge neu zu erlernen. Das möchte ich hoffentlich noch lange so fortführen.

Da können die Teilnehmenden deines Judotrainings und natürlich der TVE stolz auf dich sein. Welche Vorteile siehst du denn selbst für deine Trainierenden?

In erster Linie bestehen die Vorteile in meinem neu erlernten Wissen. Ich habe viele Techniken neu gelernt und besser verstanden, warum sie funktionieren. Somit kann ich sie im Training auch besser demonstrieren und erklären, worauf es ankommt.

Als Dan Träger bin ich berechtigt eine Kyu-Prüfer-Lizenz zu erlangen. Diese Prüfung / diesen Test habe ich bereits durchgeführt und bestanden. Wenn jetzt noch ein paar formelle Dinge geklärt werden, kann ich also auch bei Prüfungen in unserem Verein, als Prüfer tätig sein. Zudem habe ich eine Menge neuer Judo Kontakte geknüpft und bin im digitalen Bereich der Sportart besser vernetzt. Zum Beispiel werden vom Landesverband sogenannte "Stützpunkttrainings" zu bestimmten Bereichen kostenlos angeboten, die für einige unserer Judoka auch genutzt werden könnten.

Wir beglückwünschen dich zur bestandenen Prüfung und wünschen dir, dass du gesund bleibst, um vielleicht in einigen Jahren dein -wie du es nanntest- nächstes Etappenziel angehen kannst.

Herzlichen Dank. Das nächste Ziel gehe ich ab sofort an. Ob ich es jemals erreiche, ist dabei nicht so wichtig. So wie Jigoro Kano sagte: "It is not important to be better than someone else, but to be better than yesterday." 

Das Interview führte Eckhard Spengler.
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Der NWDK Landesreferent Jörn Stermann-Sinsilewski 5.Dan schreibt uns ergänzend dazu:

"Mit Schweiß und Fleiß zum 1.Dan

Berthold Werth macht seine Meisterprüfung

Sommerferien? Nicht für Berthold. Während sich andere auf die entspannte Zeit des Jahres am Pool, Strand oder Schwimmbad vorbereiten, bereitet sich Berthold auf den 1.Dan vor. Und das Programm ist knackig. Von Freitagabend des letzten Schultags bis zum Nachmittag des nächsten Freitags. Ein Trainingskamp, dass in einer Woche viele Teilnehmer*innen auch an ihr Limit bringt. Jeden Tag 6 h Training, aber damit gibt sich Berthold nicht zufrieden. Während 17 und 18jährige Teilnehmer*innen schon eine Pause einlegen, besorgt sich Berthold in seinem fortgeschrittenen Judoalter den Hallenschlüssel, um noch einmal 1,5h freies Training am Abend zu absolvieren. Immer wissbegierig und fleißig. Als Referent des Lehrgangs kann ich nur dreimal Daumen hoch sagen und noch einmal herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung. So kann der 2.Dan auch kommen."

2022/AKTIV.168 | 28.07.2022

Umfangreiche Änderungen bei den Judo-Prüfungen

Prüfungen beim Judosport sind sehr wichtig. Sie bedeuten nicht nur, dass die Teilnehmer*innen eine neue Gürtelfarbe erhalten können, vielmehr hilft die Prüfungsordnung dabei, strukturiert zu lernen und sich selbst weiterzuentwickeln. Nun wird dieses Prüfungssystem sehr umfangreich geändert.
Am 1. Juli 2022 fiel der offizielle Startschuss für das neue Graduierungssystem des Deutschen Judo-Bundes (DJB).
Mit dem neuen System sollen viele sich scheinbar widersprechende Gegensätze wie größere Flexibilität und verbindlichere Standards, Wissenschaftsfundierung und übersichtliche Struktur, Tradition und Moderne u.v.a.m. unter einen Hut gebracht werden.
Mit dem neuen Kyu-Programm schließt sich der DJB uneingeschränkt dem Kodokan/IJF-Standard der Technikbezeichnungen an. Hierdurch ergeben sich leichte Änderungen zum bisherigen Sprachgebrauch.
Es gibt eine Übergangszeit bis Ende 2023, in der auch die alte Prüfungsordnung noch gültig ist. Wir haben also genug Zeit uns mit den Inhalten vertraut zu machen.
Dauerhaft abrufbar sind die neuen Inhalte des Kyu-Graduierungssystem unter https://www.judobund.de/aus-fortbildung/kyu-graduierungssystem/das-graduierungssystem/.
Nun gilt es, Erfahrungen der Praxis aufzugreifen, um das Konzept weiter zu optimieren. Die Mitglieder einer Arbeitsgruppe werden also weiterarbeiten, um Verbesserungen einzupflegen.

Berthold Werth

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